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Hohe Rohstoffpreise: Wie teuer wird Urlaub künftig?

Hohe Rohstoffpreise: Wie teuer wird Urlaub künftig?


Bereits die Corona-Krise belastete die Reisebranche, jetzt kommen steigende Rohstoffpreise hinzu. Was bedeutet das für Touristen und Reiseanbieter? 

Überblick

Mit dem Frühling kommt bei vielen Menschen auch die Lust aufs Reisen: Die Osterferien stehen an und auch der Sommerurlaub kann bereits geplant werden.

Doch nicht nur die Corona-Pandemie belastet den Tourismus weiterhin, auch der Krieg in der Ukraine sorgt für weniger Urlaubsstimmung. Gleichzeitig fragen sich viele, ob die steigenden Preise bei Rohstoffen auch für höhere Reisekosten sorgen. Ein Überblick: 

Flugreisen

Trotz des Ukraine-Kriegs setzt die Luftfahrt in Deutschland im Sommer auf bessere Geschäfte. Allerdings dürften die höheren Treibstoffpreise die Kosten für die Airlines erhöhen und somit das Fliegen auch für die Passagiere verteuern, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte.

„Die deutlich steigenden Treibstoffpreise werden nicht ohne Folgen für die Flugpreise bleiben“, erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Deshalb sollten Kunden möglichst früh buchen. Trotz des stark anziehenden Flugangebots bleibe die wirtschaftliche Lage der Branche wegen der pandemiebedingten Verluste und der dadurch entstandenen Verschuldung angespannt. Die Firmen müssten sparen und zählten darauf, dass die Politik keine zusätzlichen Belastungen plane.

Auf dem Weg zu Vor-Pandemie-Niveau

In den Sommerflugplänen der deutschen Airports werden laut BDL wieder 85 Prozent der Sitze des Niveaus vor der Corona-Krise 2019 angeboten. „Wir sind auf dem Weg zu einem Flugbetrieb, wie wir ihn aus der Zeit vor der Pandemie kennen“, sagte von Randow.

Und auch die Lufthansa hat ihre Kunden bereits auf steigende Ticketpreise vorbereitet. Wichtige Treiber seien der Ölpreis sowie steigende Gebühren an Flughäfen und bei den Flugsicherungen, sagte Finanzvorstand Remco Steenbergen unlängst.

Pauschalreisen

Bei den Flugpauschalreisen sind laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) für den kommenden Sommer vor allem die klassischen Urlaubsländer rund um das Mittelmeer gefragt: Sie alleine vereinen zwei Drittel der bislang erzielten Umsätze. Aber auch zahlreiche Fernreiseziele sind für die Sommermonate schon sehr gut gebucht.

Laut DRV-Präsident Norbert Fiebig ist das Preisniveau für Pauschalreisen bislang eher stabil. „Wir stellen aber fest, dass sich viele Kunden für etwas höherwertige Angebote entscheiden, vermutlich weil sie wegen der Pandemie in der Vergangenheit weniger reisen konnten“, erläutert Fiebig. Alleine dadurch steige der Preis im Schnitt.

Tui schließt Treibstoffzuschläge aus

Branchenprimus Tui hat nach eigenen Angaben die Verträge für Hotels und Flüge für den Sommer bereits weitestgehend unter Dach und Fach. Treibstoffzuschläge für bestehende Buchungen in diesem Sommer schließe er aus, sagt Tui-Deutschlandchef Stefan Baumert. Höhere tagesaktuelle Preise und weniger Last-Minute-Schnäppchen seien eher denkbar.

Der Chef der FTI-Group, Ralph Schiller, empfiehlt eine frühzeitige Urlaubsplanung, denn „mit den gestiegenen Treibstoffkosten erhöhen sich dieses Jahr auch die Flugpreise. Wir gehen davon aus, dass es vor allem im weiteren Jahresverlauf zu Steigerungen kommen kann, dabei spielt unter anderem die Entwicklung der aktuellen politischen Lage eine wichtige Rolle.“

Kreuzfahrten

Neben Flugpauschalreisen ziehen auch die Neubuchungen für Hochsee- und Flusskreuzfahrten laut DRV wieder an. Aktuell konzentriert sich das Angebot bei den Hochseekreuzfahrten noch auf Europa, die Karibik und die Golf-Region.

Kreuzfahrt: Der Urlaub auf dem Schiff ist in der Pandemie zwar weniger beliebt geworden, dafür umso teurer. (Quelle: Getty Images/Steve Mason)Kreuzfahrt: Der Urlaub auf dem Schiff ist in der Pandemie zwar weniger beliebt geworden, dafür umso teurer. (Quelle: Steve Mason/Getty Images)

„Die Stimmung in der Branche ist gut. Die Unternehmen sind sehr zuversichtlich, dass das Geschäft anzieht und ab Sommer und im nächsten Winter auch wieder deutlich mehr Ziele angesteuert werden können“, so DRV-Präsident Norbert Fiebig zu den guten Vorausbuchungen auch für Fern- und Weltreisen bei den Hochseekreuzfahrten.

Allerdings: Im Jahresvergleich hat sich die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere dramatisch verkleinert. Gab es 2019 noch fast drei Millionen Hochsee-Passagiere, waren es 2021 nur noch rund 736.000. Auch die Reisedauer hat sich von im Schnitt von 10,6 auf 8,8 Nächte verkürzt. Bei Hochseekreuzfahrten hat sich im Jahresvergleich 2020 zu 2021 der durchschnittliche Preis pro Nacht von rund 180 Euro pro Person auf 140 Euro pro Person verringert. Das kann allerdings auch daran liegen, dass es nur noch begrenzte Angebote gab. 

Bei Flusskreuzfahrten hingegen hat sich die Zahl der Passagiere von 2019 zu 2021 ebenfalls deutlich von rund 730.000 auf nur noch 209.000 verringert. Gleichzeitig hat sich der Preis erhöht: Pro Person und Reise zahlte man 2020 noch 976 Euro, 2021 bereits 1.151 Euro. 

Campingurlaub

Im Augenblick sieht Ralph Schiller, Chef der FTI-Group, vor allem bei Mietwagen und Campern einen deutlichen Preisanstieg. „Abgesehen von einer hohen Nachfrage ist aufgrund der momentanen Knappheit an Fahrzeugen auch das Angebot an Mietwagen begrenzt, weshalb die Preise für spontane Fahrzeugbuchungen höher als in den vergangenen Jahren ausfallen können.“ Wer also Campingurlaub mit einem gemieteten Camper oder einem Mietwagen plus Wohnwagen oder Zelt plant, sollte auch hier höhere Preise einkalkulieren. 

Aber auch, wer einen Camper, Wohnwagen oder ein Wohnmobil kaufen möchte, sollte sich auf deutlich höhere Preise einstellen. Da Camping in der Pandemie einen Boom erlebte, sind die Vehikel rar und beliebt. 

Campingurlaub: Campen ist in der Pandemie beliebt und vor allem teuer geworden. (Quelle: Getty Images/Oleh_Slobodeniuk)Campingurlaub: Campen ist in der Pandemie beliebt und vor allem teuer geworden. (Quelle: Oleh_Slobodeniuk/Getty Images)

Deutschland-Reisen

2021 unternahmen laut DRV noch die meisten Deutschen eine Reise innerhalb des Heimatlandes. Von allen Reisen ab fünf Tagen Dauer entfielen 36,6 Prozent auf Deutschland, 35,4 Prozent auf die Mittelmeerregion und 10,7 Prozent auf Westeuropa, 7,2 Prozent auf Osteuropa und 2,9 Prozent auf Skandinavien. Fernreisen unternahmen nur 3,5 Prozent der Urlauber.

Die beliebtesten Regionen innerhalb Deutschlands waren dabei Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen. Doch mit wachsender Beliebtheit steigen auch die Preise: Sowohl Hotels als auch Pensionen oder Ferienwohnungen in Deutschland haben vielerorts die Preise angezogen.  

Verreisen mit dem eigenen Pkw

Bereits vor der Pandemie war das Auto für die Deutschen das beliebteste Reisemittel mit rund 43 Prozent (2019), dicht dahinter lag mit 42 Prozent das Flugzeug.

Das hat sich in der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt: 2020 reisten 61 Prozent mit dem Auto und nur noch 26 Prozent nutzten Flieger. Auch 2021 zeigt sich der Trend: 55 Prozent nahmen das eigene Auto, 34 Prozent buchten einen Flug. Bus und Bahn werden hingegen seit Jahren gleichermaßen selten genutzt. 

Nun kosten Benzin und Diesel allerdings an vielen Tagen deutlich über zwei Euro pro Liter – die Reise mit dem Auto wird aus offensichtlichen Gründen deutlich teurer, als noch vor wenigen Monaten oder einigen Jahren, als der Spritpreis teils einen Euro pro Liter unter dem aktuellen Preisniveau lag. 

Published at Thu, 24 Mar 2022 14:36:00 +0100