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Koffer weg: Das sind Ihre Rechte bei Gepäckverlust

Koffer weg: Das sind Ihre Rechte bei Gepäckverlust

Außerdem muss das verspätete Gepäck binnen 21 Tagen schriftlich der Airline gemeldet werden. Fehle das PIR-Dokument oder werde die Frist versäumt, muss die Airline unter Umständen nichts erstatten, warnen die Verbraucherschützer.

Noch kürzer ist die Frist, wenn der Koffer zwar an der Gepäckausgabe anrollt, aber kaputt ist. Denn im Fall einer Beschädigung des Gepäcks betrage der Meldezeitraum sieben Tage. Zudem muss auch hier ein PIR ausgefüllt werden.

Wichtig für Pauschalreisende: Für sie gelten die gleichen Fristen, sie müssen den Verlust oder den Schaden aber dem Veranstalter melden. Und auch Pauschaltouristen kommen um den Gang an den Airline-Schalter nicht herum. Sie benötigen ebenfalls das PIR-Dokument.

Dieses sei der Nachweis darüber, dass die Airline für die Beschädigung oder den Verlust verantwortlich ist – also, dass der Schaden tatsächlich im Zusammenhang mit der gebuchten Reise entstanden ist, erklärt das EVZ auf Nachfrage.

Ersatz für fehlende Wäsche

Ohne Koffer zu sein, heißt am Urlaubsort in der Regel auch: keine Wechselwäsche. Nach Angaben der Verbraucherschützer dürfen Reisende aber Ersatz kaufen und sei es auch nur, wenn sie für ein paar Stunden ohne ihr Gepäck auskommen müssen. Jedoch müssen sich die Käufe auf das wirklich Notwendige beschränken. Zahnputzzeug, Unterwäsche, Badehose, Shirts und etwa Pyjamas seien unproblematisch.

Die Kassenbons für die Ersatzkäufe müssen Reisende natürlich aufheben. Außerdem sollten sie den Gepäckaufkleber vom Check-in für solche Fälle unbedingt als Nachweis parat haben.

Gut zu wissen: Bei ersatzweise gekaufter Kleidung erstatten die Airlines meist nur die Hälfte der Kosten, so das Verbraucherzentrum. Denn sie könnte danach ja noch weitergetragen werden. Geht der Koffer auf der Rückreise verloren oder kommt erst mit Verspätung zu Hause an, gibt es in der Regel keine Erstattung für Noteinkäufe.

Ausnahmen von dieser Regel können Rückreisen von mehrmonatigen Urlauben sein oder wenn etwa ein besonderes Kleidungsstück verloren wurde, das man dringend benötigt – ein Smoking beispielsweise.

Die oberste Haftungsgrenze bei Gepäckproblemen liegt laut den Verbraucherschützern aktuell bei knapp 1.700 Euro pro Passagier. Zahlen müssen Airlines neben notwendigen Ersatzkäufen die Dinge, die verloren gegangen sind oder beschädigt wurden. Ausgenommen von der Haftung sind aber Wertsachen wie Schmuck, Geld oder Laptops. Sie gehören ebenso ins Handgepäck wie etwa Medikamente.

Bilder vom Kofferinhalt können helfen

Zum Nachweis der verloren gegangenen Gegenstände hilft es, vor der Reise Bilder vom Kofferinhalt zu haben. Bei besonders teuren Sachen wie Designerkleidung kann es darüber hinaus hilfreich sein, wenn man dafür noch die Bons vorliegen kann.

Hinweis: Den Neupreis erstatten Airlines nur für nachweislich neue Gegenstände, so die Verbraucherschützer. Ansonsten gilt der Zeitwert, der individuell berechnet wird. Häufig zahlten Fluggesellschaften auch nur pauschale Tagessätze, die alle Kosten abdecken sollen.

Deshalb ist es umso empfehlenswerter, für den Fall der Fälle möglichst konkrete Nachweise des Kofferinhalts in Form von Fotos und Kaufbelegen zu haben. Denn: „Dass auch bei Vorlage konkreter Nachweise weiterhin auf die Tagessätze gepocht wird, kommt glücklicherweise nicht häufig vor“, schreibt das EVZ auf Nachfrage.

Published at Wed, 06 Jul 2022 17:17:00 +0200