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Kreuzfahrten: Was planen die Reedereien Aida, Tui, MSC und Co. für 2021?

Kreuzfahrten: Was planen die Reedereien Aida, Tui, MSC und Co. für 2021?

Begeisterte Kreuzfahrtfreunde wollen endlich wieder starten. Einige Touren finden zwar auch aktuell statt – doch die Reedereien wollen ihr Angebot künftig erweitern. Ein Blick auf die anstehende Saison.

Überblick

Viele können es trotz Corona kaum erwarten, wieder auf ein Kreuzfahrtschiff zu gehen. Die Nachfrage nach Kreuzfahrten ist deutlich größer als das Angebot – auch von Reisenden, die aus dem vergangenen Jahr umgebucht haben. Mit dem Neustart geht es trotzdem nicht voran wie gewünscht; in Europa müssen immer wieder Reisen abgesagt werden. In der Karibik und vor Alaska geht bis auf Weiteres überhaupt nichts. Ein Überblick.

Aida: Reederei hofft auf besseren Start im März

Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises unternimmt am Sonnabend (20. März) einen erneuten Versuch zur Wiederaufnahme seiner Reisen. Für die „Aidaperla“ heißt es um 22 Uhr in Las Palmas auf Gran Canaria „Leinen los“, sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Das Schiff starte dann zu siebentägigen Fahrten rund um die Kanarischen Inseln. Die Inselgruppe sei seit vielen Monaten eine der wenigen Urlaubsziele Europas mit niedrigen Coronavirus-Inzidenzwerten. Die klaren Regelungen der spanischen Regierung für sicheres Reisen deckten sich mit den Präventionsmaßnahmen bei Aida.

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Aida musste in den vergangenen Monaten mehrfach den Neustart verschieben. Mitte März 2020 wurde die Reisesaison wegen der Pandemie unterbrochen. Alternativen wie Kurzreisen ohne Landgang in der Ostsee konnten nicht wie geplant organisiert werden. Im Oktober wurden zwei Reisen zu italienischen Zielen und im Dezember mehrere Reisen um die Kanarischen Inseln gestartet, dann aber wegen des erneuten Aufflammens eingestellt. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte jüngst ihre Bereitschaft erklärt, Aida mit einer Bürgschaft über die schwierige Lage zu helfen.

Nach Firmenangaben gehört zum Gesundheits- und Hygienekonzept eine stark verringerte Passagierkapazität, ein verpflichtender PCR-Test vor der Anreise und die medizinische Betreuung inklusive Testkapazitäten an Bord. Landgänge seien nur im Rahmen von geführten Ausflügen möglich. „Bereits beim Auftreten eines Verdachtsfalls können wir umgehend alle Kontakt nachverfolgen.“ Möglichkeiten für eine umgehende Isolation von Verdachtsfällen an Bord seien vorhanden.

Costa: Kreuzfahrten innerhalb Italiens

Im Dezember hat die Regierung die Regeln für inneritalienische Kreuzfahrten so verschärft, dass Costa Crociere die Fahrten ganz einstellte. Nun will die Reederei ab dem 27. März wieder loslegen. Alle Törns auf der Deliziosa, Firenze und Luminosa bis dahin wurden storniert. Dann soll zunächst der Neubau Costa Smeralda die inneritalienischen Kreuzfahrten wieder aufnehmen und dabei binnen jeweils sieben Tagen Savona, La Spezia, Civitavecchia, Neapel, Messina und Cagliari anlaufen.

Von 1. Mai an stehen aber auch wieder Routen mit Häfen in anderen Ländern auf dem Programm: Marseille, Mallorca und Barcelona. Die Luminosa folgt dann ab 2. Mai mit einwöchigen Törns ab Triest nach Kroatien und Griechenland.

Hapag-Lloyd: Auch in der Corona-Krise unterwegs

Wie die Schwesterreederei Tui Cruises ist die Hamburger Traditionsreederei seit Sommer 2020 praktisch durchgehend unterwegs. Die Europa 2 kreuzt bereits seit Weihnachten um die Kanaren und hat für März vier neue Reisen aufgelegt.

Ab April will Hapag-Lloyd Cruises sogar alle vier Schiffe der Flotte einsetzen. Im Frühjahr werden laut Plan die Europa und das Expeditionsschiff Hanseatic Nature starten. Die Jungfernfahrt für die ganz neue Hanseatic Spirit ist für den 15. Mai Richtung Skandinavien geplant. Die Hanseatic Inspiration startet am 5. April Richtung Madeira.

Hurtigruten: Klassische Route bleibt

Die norwegische Reederei hat auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes wieder einige Schiffe in Betrieb. Die Expeditionskreuzfahrten ab Hamburg mit der MS Otto Sverdrup wurden aber abgesagt und sind erst wieder ab Juni buchbar.

Hurtigruten: Die Reederei hat auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes wieder einige Schiffe in Betrieb. (Quelle: imago images/blickwinkel)Hurtigruten: Die Reederei hat auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes wieder einige Schiffe in Betrieb. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Derweil hält Norwegen (vorerst bis zum 1. Mai) an seinen Kreuzfahrtregeln fest: Kreuzfahrten, die ausschließlich norwegische Häfen anlaufen, sind auf 200 Personen an Bord inklusive Crew beschränkt. Nach Spitzbergen sind nur Tagesausflüge mit bis zu 30 Personen möglich. Bei Kreuzfahrten, die außerhalb Norwegens starten, sind Landausflüge nicht gestattet.

MSC: Zwei Neubauten in diesem Jahr geplant

Trotz der engen Corona-Beschränkungen in Italien ist MSC bereits seit Januar wieder mit der MSC Grandiosa unterwegs. Das Schiff fährt siebentägige Routen ab Genua. Auf dem Programm stehen Civitavecchia, Neapel, Palermo und Valetta auf Malta.

Diese Reiseroute wurde bis Ende Mai verlängert. Ab 1. Mai stößt die MSC Seaside dazu und bietet Sieben-Nächte-Kreuzfahrten mit Anläufen in Genua, Valletta, Civitavecchia sowie Syrakus auf Sizilien und Tarent in Apulien an. 2021 erwartet MSC noch zwei Neubauten: MSC Virtuosa und MSC Seashore. Star auf der MSC Virtuosa (ab 26. April) wird der Roboter-Barkeeper “Rob” in der „Starship Club“-Bar sein.

NCL: Ab Sommer Routen in ganz Europa

Norwegian Cruise hat die Wintersaison 2020/21 aufgegeben und bringt die dafür vorgesehenen Crews gerade auf zwei eigenen Schiffen wieder zurück nach Asien. Sämtliche NCL-Kreuzfahrten sind ebenso wie die der zum selben Konzern gehörigen Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises bis Ende Mai abgesagt.

Ab Sommer 2021 setzt NCL dann ganz auf Europa. Dabei stehen unter anderem Ostsee-Abfahrten von Warnemünde und Rostock, Kreuzfahrten ab Reykjavik und erstmals Stopps in Grönland auf dem Programm.

Nicko: Reisen ab deutschen Häfen geplant

Nicko Cruises kennt man von seinen Flusskreuzfahrten. Nun startet die Reederei gleich mit zwei Hochseeschiffen: Zum einen soll die bereits im vergangenen Jahr gebaute World Voyager endlich zum Einsatz kommen. Dazu kommt die Vasco da Gama, die Nicko kurz entschlossen nach der Transocean-Insolvenz übernahm.

Zwischen Mai und September 2021 starten alle Entdeckungsreisen mit der Vasco da Gama ab den deutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Kiel. Ziele sind die britischen Inseln, das Nordland und die Ostsee.

Phoenix: Viele Routen abgesagt

Bei der Reederei des ZDF-Traumschiffs sind zahlreiche Reisen der Amadea (mit Ausnahme der Nordlandreisen) bis Anfang August abgesagt. Genauso geht es mit den anderen Phoenix-Schiffen, die außerhalb Europa eingesetzt sind. Aktuell hofft Phoenix, am 17. April mit der Motoryacht Princess entlang der kroatischen Küste kreuzen zu können.

Die Amera legt nach derzeitigem Stand am 6. Mai zu einer Westeuropatour ab und fährt danach Routen nach Skandinavien und um die Britischen Inseln. Die Artania startet am 7. Mai zu einer Italienfahrt und geht später in die Nord- und Ostsee. Ab 3. Mai soll auch die MS Deutschland, das frühere ZDF-Traumschiff, für Phoenix unterwegs sein – zunächst in der Nordsee.

Phoenix: Anfang Mai soll auch die MS Deutschland, das frühere ZDF-Traumschiff, für Phoenix unterwegs sein. (Quelle: imago images/Christian Schroedter)Phoenix: Anfang Mai soll auch die MS Deutschland, das frühere ZDF-Traumschiff, für Phoenix unterwegs sein. (Quelle: Christian Schroedter/imago images)

Plantours: Saison soll Anfang Mai starten

Plantours Kreuzfahrten hat die Frühjahrsreisen mit seinem einzigen Hochseeschiff MS Hamburg abgesagt und startet die Hochseesaison 2021 nun am 4. Mai.

Dann wird die MS Hamburg ab Bilbao über das Seebad Biarritz und die Weinstadt Bordeaux nach Großbritannien, Belgien und über die Insel Texel zum Zielhafen Hamburg kreuzen – vorausgesetzt, die Reise muss nicht wieder verschoben werden.

Royal Caribbean: Europäische Ziele und Kurztrips

Royal Caribbean Cruises startet wie die anderen US-Reedereien erst mit Verspätung ins Reisejahr 2021. Momentan sind ja weder Karibik noch Alaska noch Hawaii befahrbar, so führen die Reisen vorwiegend zu europäische Zielen.

Einzig die Quantum of the Seas fährt aktuell ab Singapur Kurztrips – das allerdings nur für Einheimische. Wer in den RCL-Kreuzfahrtkalender blickt, der findet ab Mai wieder (aus deutscher Sicht eher unerreichbare) Karibiktörns ab Miami und Runden durchs östliche Mittelmeer mit der Rhapsody of the Seas.

Star Clippers: Frühbuchervorteile noch bis Ende März

Der größte Anbieter von Segelkreuzfahrten startet ausweislich seines Segelkalenders am 1. Mai in die Saison. Dann setzt der Viermaster Star Flyer von Athen Segel Richtung Kykladen.

Das Schwesterschiff Star Clipper hofft weiter, ab Mitte Juni Segelkreuzfahrten ab und bis Bali anbieten zu dürfen; der Fünfmaster Royal Clipper startet am 1. Mai ab Rom entlang der Riviera nach Cannes. Die Frühbuchervorteile wurden bis 31. März verlängert.

Tui Cruises: Kreuzfahrten auf dem Mittelmeer

TUI Cruises fährt: Aktuell bietet die “Mein Schiff”-Flotte Blaue Reisen ab und bis Gran Canaria an. Der Begriff Blaue Reise bedeutet dabei, dass nur organisierte Landgänge erlaubt sind, also keine individuellen Ausflüge.

Ab 31. März soll es dann auch wieder “normale” Kreuzfahrten geben: Die “Mein Schiff Herz” will dann mit wöchentlichen Mittelmeertörns beginnen. Die Mittelmeerkreuzfahrten im April und Mai mit “Mein Schiff 1” und “Mein Schiff 2” wurden dagegen abgesagt. Wahrscheinlich werden die beiden Schiffe ihre derzeitigen Kanaren-Reisen weiter fortsetzen. Eventuell wird auch Griechenland wieder kurzfristig ins Programm genommen.

Published at Fri, 19 Mar 2021 11:19:00 +0000