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Urlaub trotz Corona-Krise: Das ist jetzt bei Urlaubsbuchungen zu beachten

Urlaub trotz Corona-Krise: Das ist jetzt bei Urlaubsbuchungen zu beachten


Seit rund einem Jahr ist an Reisen nur sehr eingeschränkt zu denken. Wer trotzdem den Sommerurlaub planen möchte, sollte ein paar Tipps beherzigen. Eine Tourismusexpertin klärt über Reiseversicherung, Impflicht und sichere Reiseziele auf.

Überblick

Grenzen sind geschlossen, Reisewarnungen gelten, in Deutschland gibt es Beherbergungs- und Einreiseverbote: Ein Urlaub ist momentan so gut wie unmöglich. Trotzdem gibt es Hoffnung, dass zumindest im Sommer die Einschränkungen gelockert werden und Reisen wieder möglich werden. Reiseanbieter locken schon jetzt mit Rabatten und kulanten Stornierungsbedingungen, Flüge sind günstig und Hotels teilweise bereits ausgebucht.

Doch was, wenn für Ihr Urlaubsziel plötzlich doch wieder eine Reisewarnung gilt? Wie sicher sind die Stornierungsbedingungen? Welche Länder sollten Sie weiterhin nicht ansteuern? Bei der Urlaubsplanung ist jetzt einiges zu beachten, wie auch Tourismusexpertin Prof. Dr. Ina zur Oven-Krockhaus im Gespräch mit t-online erklärt. 

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Welche Reiseversicherung sollten Sie buchen?

Wer jetzt einen Urlaub bucht, will wahrscheinlich auf Nummer sicher gehen und gleich die passende Reiseversicherung hinzubuchen. Dabei rät Ina zur Oven-Krockhaus zu zwei Möglichkeiten: „Sie können konkret nach Flex-Tarifen der Reiseanbieter schauen, die Ihnen ermöglichen, beispielsweise eine Reise ohne Anzahlung zu buchen oder bis 14 Tage vor Abreise kostenlos zu stornieren.“ Die Angebote und Aufpreise variieren der Expertin zufolge von Anbieter zu Anbieter. „Schauen Sie also gut, was enthalten ist oder lassen Sie sich fachmännisch im Reisebüro beraten.“

Aber auch die klassische Reiserücktrittskostenversicherung sei weiterhin eine gute Möglichkeit: „Die Versicherer wie beispielsweise Ergo, Hanse-Merkur, Union Reiseversicherung oder Reiseschutzanbieter MDT haben auf die neuen Herausforderungen mit dem Einschluss von Covid-19- oder allgemein Pandemieleistungen in ihre Produkte sowie mit Ergänzungspolicen reagiert“, weiß die Professorin und Studiengangsleiterin für Tourismusmanagement an der Internationalen Hochschule IUBH.

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„Teilweise werden auch Quarantänekosten übernommen. Auch hier gilt, genau auf die Details und Kosten des Schutzes zu achten oder sich gegebenenfalls beraten zu lassen.“

Wann sollten Sie bestenfalls buchen, damit es günstig und sicher ist?

Normalerweise buchen die meisten ihren Sommerurlaub bereits im Vorjahr oder im Januar oder Februar desselben Jahres. Im Zuge der Corona-Pandemie sind viele allerdings verunsichert: Wird das Zielland im Sommer überhaupt erreichbar sein oder gelten dann strenge Reisebeschränkungen?

Ina zur Oven-Krockhaus rät deshalb dazu, auf die Informationen des Auswärtigen Amtes sowie die Ausweisung der Risikogebiete des Robert Koch-Instituts zu achten. „Darüber hinaus sollte der Reiseanbieter ein hohes Maß an Sicherheit auf Reisen insbesondere durch wenige persönliche Kontakte und Corona-spezifische Hygienemaßnahmen gewährleisten und flexibel und kulant auf sich veränderte Lagen reagieren.“ Den perfekten Zeitpunkt gibt es also leider nicht, aber Sie können sich entsprechend absichern. 

Bekommen Sie Ihr Geld in jedem Fall zurück?

Bereits im Frühjahr und Sommer 2020 wurden unzählige Reisen abgesagt, viele Touristen bekamen jedoch nicht ihr Geld zurückerstattet, sondern lediglich einen Reisegutschein. Für viele steht deshalb bei erneuten Buchungen auch die finanzielle Sicherheit im Fokus. 

Die Expertin rät: „Ob Sie Ihr Geld in jedem Fall zurückbekommen, hängt davon ab, bei welchem Anbieter Sie zu welchen Konditionen oder welche Reiserücktrittskostenversicherung Sie gebucht haben. Hier empfiehlt sich, die Angebote genau anzuschauen, da Aufpreise und Bedingungen von Anbieter zu Anbieter variieren können.“

Was passiert, wenn Sie aus dem Urlaubsland nicht zurückreisen können?

Nach einer riesigen Rückholaktion im Frühjahr 2020 kündigte die Bundesregierung an, dass es eine solche Leistung nicht noch einmal geben werde. Über Urlaubsbuchungen schwebt seither auch die Angst, nicht mehr zurück nach Deutschland reisen zu können und im Urlaubsland festzusitzen.

Hier kann Ina zur Oven-Krockhaus zumindest Pauschalreisende beruhigen: „In der Regel sorgen alle Pauschalreiseveranstalter für einen sicheren Rücktransport. Welche Rolle dabei Tests, Impfungen und Quarantäneaufenthalte spielen, ist von Land zu Land unterschiedlich.“ Deshalb rät die Expertin auch hier zur ausführlichen Information vor der Reise und dazu, „am besten erst gar nicht in ein Mutations-, Hochrisiko- oder Risikogebiet“ zu reisen.

Welche Urlaubsziele und -arten sind besonders beliebt?

Viele erinnern sich bestimmt noch an den vergangenen Sommer: Strände, Seen, sogar beliebte Wanderstrecken waren teilweise überfüllt, Campingplätze, Hotels und Ferienwohnungen ausgebucht. Wo könnte es auch in diesem Jahr zu voll werden? Und wie reisen die Deutschen in Corona-Zeiten am liebsten?

Die Reiseexpertin schätzt, dass weiterhin Strand- oder Bergziele sehr beliebt sein werden. „Allerdings wird immer entscheiden, welche Möglichkeiten das Pandemie-Geschehen zulässt.

Flug- und Fernreisen planen 2021 weniger Urlauber als vor der Pandemie“, sagt zur Oven-Krockhaus. Viele Urlauber bevorzugen im Gegensatz dazu eher „Nahziele innerhalb Deutschlands oder in Anrainerstaaten wie Österreich, Niederlande, Polen, die mit dem Auto und möglichst individuell und mit Distanz zu anderen Menschen erreichbar sind“. 

Nord- und Ostsee sind besonders beliebt

Ähnliches zeigt auch eine Analyse der Buchungsplattform „HomeToGo“. Die Untersuchung zeigt, welche Reiseziele für das Jahr 2021 am häufigsten gesucht wurden: 44 Prozent der Suchen entfallen dabei auf Reiseziele innerhalb Deutschlands, für die Sommerferien 2021 sind es sogar mehr als 50 Prozent.

Mit rund elf Prozent der Suchanfragen landet Kroatien auf Platz 2 der beliebtesten Reiseziele, Platz 3 und 4 belegen Italien und Spanien. Erst auf Platz 14 mit weniger als einem Prozent der Suchanfragen findet sich die USA als erstes Land außerhalb der EU. Innerhalb Deutschlands ist die Ostsee das beliebteste Reiseziel gefolgt von der Nordsee. Generell sind vor allem Strände und Orte in der Natur beliebt, aber auch Städtereisen sind wieder gefragt. 

Und auch bei der Art des Reisens zeigt sich der Auswertung zufolge die Corona-Pandemie: 63 Prozent der Deutschen wollen am ehesten ein Ferienhaus mieten, 71 Prozent wollen mit dem eigenen Auto anreisen. 

Welche Reiseziele sind am sichersten?

Bei der Frage nach der Beliebtheit bestimmter Reiseziele steht während der Pandemie auch die Sicherheit im Fokus. Ina zur Oven-Krockhaus rät deshalb: „Es sind diejenigen Reiseziele am sichersten, die nicht auf der permanent aktualisierten Liste des Robert Koch-Instituts geführt werden beziehungsweise für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht.“ 

Grundsätzlich sollten Sie immer die Infektionszahlen sowie die aktuellen Corona-Regeln in Ihrem Zielland im Blick haben und sich regelmäßig vor der Reise über den aktuellen Stand informieren. 

Welcher Zeitraum ist der sicherste für eine Reise?

Das Coronavirus zeigt bisher eine Saisonalität: Im Sommer 2020 waren die Infektionszahlen deutlich niedriger als im Frühjahr oder Winter. Es ist daher anzunehmen, dass auch im kommenden Sommer die Zahlen wieder niedriger sein könnten und somit Reisen dann sicherer sind als beispielsweise im Frühjahr.

Ina zur Oven-Krockhaus betont allerdings auch: „Am sichersten ist der Zeitraum, wenn sich das Pandemie-Geschehen beruhigt hat und ein sorgenfreies Reisen wieder möglich wird. Nach wie vor ist nicht klar, wie sich die Pandemie entwickelt, wann Reiseeinschränkungen aufgehoben werden und welche Rolle dabei Tests, Impfungen und Quarantäneregelungen spielen.“

Was bedeutet eine mögliche Impfpflicht für den Urlaub?

Mittlerweile gibt es immer mehr Impfstoffe, die zugelassen und verimpft werden, immer mehr Menschen sind somit zumindest bis zu einem gewissen Prozentsatz vor einer SARS-CoV-2-Infektion geschützt. Unklar bleibt allerdings, ob die Impfung auch vor einer Übertragung des Virus schützen kann. Trotzdem überlegen viele Länder sowie auch Reiseanbieter oder Fluggesellschaften, für Geimpfte Vorzüge zu schaffen oder sogar eine Impfpflicht für die Teilnahme an Reisen oder die Einreise vorauszusetzen. 

Ina zur Oven-Krockhaus erklärt dazu, dass der Weltreiseverband WTTC es ablehnt, Covid-19-Geimpfte unter den Reisenden zu bevorzugen. „Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft weiß man weder, ob eine Impfung die Infektion verhindert oder davor schützt, andere anzustecken“, erklärt sie und zitiert auch den Rechtsanwaltsexperten Uwe Schlegel vom Rechtsexperten-Netzwerk ETL, der die Debatte über Sonderrechte für Geimpfte zurzeit für „ganz und gar unsinnig“ halte.

„Durch Testpflicht und Quarantäne kann zudem sichergestellt werden, dass zukünftig auch jene reisen dürfen, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht impfen lassen wollen“, führt die Expertin aus, allerdings sei auch verständlich, dass geimpfte Menschen wieder reisen werden.

„Es ist aber gut möglich, dass Reiseunternehmen wie Fluggesellschaften oder Staaten den Impfpass zur Pflicht machen werden und daran wird niemand etwas ändern können“, sagt die Tourismus-Ökonomin. Eine Impflicht für Urlauber sei aber grundsätzlich nichts Neues, da bereits heute in Ländern wie Südamerika oder Afrika eine Gelbfieber- oder Tetanus-Impfpflicht gilt.

Sollten Sie lieber pauschal reisen oder individuell planen?

Vor der Corona-Krise war die Frage nach Pauschal- oder Individualreisen eher eine Geschmackssache. Mittlerweile geht es auch hier um Sicherheiten. „Beide Formen bieten Vor- und Nachteile und es kommt darauf an, wohin und für wie lange Sie reisen wollen“, sagt zur Oven-Krockhaus. „Pauschalreiseveranstalter bieten in ihren Anlagen in der Regel entsprechende Hygienemaßnahmen und mit den neuen Flex-Tarifen größtmögliche Sicherheit und Absicherung bei der Buchung.“

Die Expertin gibt aber auch Tipps für Individualreisende: „Wenn Sie individuell planen und Einzelbausteine buchen, sollten Sie auf jeden Fall auf ausreichenden Versicherungsschutz achten und mindestens eine Reiserücktrittskostenversicherung mit dem Einschluss von Covid-19- oder allgemein Pandemieleistungen oder einer Ergänzungspolice abschließen.“ Teilweise werden demnach auch Quarantänekosten übernommen.

Published at Sun, 07 Mar 2021 07:36:00 +0000