💡 Insider-Tipp
Schließe dich dem ARC (Atlantic Rally for Cruisers) an, der jedes Jahr Ende November von Las Palmas, Gran Canaria, nach St. Lucia startet. Die Gemeinschaft von mehreren hundert Booten macht die Überquerung deutlich sicherer – und geselliger.
Die Atlantiküberquerung ist der Traum vieler Segler. Von den Kanarischen Inseln über den mächtigen Atlantik in die Karibik zu segeln ist mehr als nur eine lange Passage – es ist eine Lebensveränderung. Wer einmal tagelang kein Land sieht und sich nur auf Sonne, Sterne und Wind verlässt, versteht Segeln auf einem völlig neuen Niveau.
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Die Atlantiküberquerung ist die große Initiation für Blauwassersegler. Tausende Kilometer offener Ozean, Selbstversorgung über Wochen und die absolute Stille des weiten Meeres – eine der eindrucksvollsten Erfahrungen, die ein Segler machen kann.
Technische Vorbereitung des Bootes
Eine Atlantiküberquerung stellt andere Anforderungen als Küsten- oder Mittelmeerfahrt. Das Boot muss absolut seetüchtig sein: Alle Riggteile gehören vor der Überfahrt sorgfältig kontrolliert, denn ein Mastbruch auf hoher See kann katastrophal sein. Inspiziere Stag, Wanten, Toppnock, Aufholleinen und alle Beschläge gründlich.
Redundanz ist das A und O. Ein zweites GPS-Gerät, ein Handheld-VHF als Backup, eine EPIRB-Notbake und ein selbstaufblasendes Rettungsfloß sind auf Atlantikpassagen Pflicht. Viele erfahrene Blauwassersegler führen außerdem einen Sextanten mit – nicht nur zur Sicherheit, sondern als einzigartige Erfahrung.
Die klassische Passage: Kanaren nach Karibik
Die beliebteste Route führt von den Kanarischen Inseln (meist Las Palmas auf Gran Canaria) nach St. Lucia oder Barbados. Diese Strecke von rund 2.700 Seemeilen nutzt die vorherrschenden Nordost-Passatwinde optimal: Einmal im Passatgürtel, reist man mit konstanten 20–25 Knoten von hinten – Segelidyll pur. Die beste Abfahrtzeit ist Ende November bis Mitte Dezember.

Verproviantierung und Wasserversorgung
Für eine dreiwöchige Passage gilt als Faustregel: 1,5 Liter Trinkwasser pro Person und Tag plus Reserve, ausreichend Konserven und haltbare Lebensmittel für 150 % der geplanten Reisedauer. Ein Wassererzeuger (Watermaker) ist Gold wert: Er produziert aus Meerwasser Trinkwasser und erhöht die Unabhängigkeit enorm. Ohne Wassermaker mindestens 200 Liter Reserve in Jerry-Kanistern mitführen.
Wachsystem und Crew-Organisation
Auf langen Passagen ist ein geregeltes Wachsystem unerlässlich. Üblich sind 3-Stunden-Wachen pro Person, was bei dreiköpfiger Mannschaft jedem sechs Stunden Schlaf pro Nacht ermöglicht. Elektronische Wachhelfer – AIS-Alarm für Schiffsverkehr, Radar-Alarm – sollten so eingestellt sein, dass sie bei Gefahr wecken.
| Route | Start | Ziel | Seemeilen | Dauer ca. |
|---|---|---|---|---|
| Klassische ARC | Las Palmas, Gran Canaria | Rodney Bay, St. Lucia | 2.700 sm | 18–25 Tage |
| Nördliche Route | Azoren | Bermuda / USA | 1.850 sm | 14–18 Tage |
| Rückweg (Ost) | Bermuda / Azoren | Europa | 2.000 sm | 14–20 Tage |
| Südroute | Kap Verde | Karibik | 2.100 sm | 14–21 Tage |

Fazit: Eine Reise fürs Leben
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Die Atlantiküberquerung ist kein Unterfangen für Unvorbereitete. Aber mit sorgfältiger Planung und einem seetüchtigen Boot ist sie absolut machbar – auch für erfahrene Küstensegler, die den nächsten Schritt wagen wollen. Der Lohn: eine der eindrucksvollsten Erfahrungen, die das Segeln zu bieten hat.